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In roter Schrift steht "BodeständiX" über dem schwarzen Text "Der Autorenblog von Hanspeter Gautschin" auf weißem Hintergrund.
Was Karfreitag mit uns zu tun hat
Ein Aquarell eines Sonnenaufgangs über einem friedlichen ländlichen Weg mit einem Holzkreuz auf einem felsigen Hügel, blühenden Blumen und einem Zaun, der den Karfreitag, einen wichtigen christlichen Feiertag, unter einem bunten Himmel symbolisiert.

Es gibt Zeiten, da scheint die Welt wie unter einem dunklen Tuch zu liegen. Vieles wird schwer. Vieles wird still. Und manches im eigenen Leben wirkt plötzlich farblos, als hätte sich ein Schatten darübergelegt.

Gerade darum berühren einen die Ostertage oft tiefer, als man zuerst meint.

Denn an Ostern geht es um weit mehr als um einen Feiertag im Kirchenjahr. Es geht um das, was wir alle kennen: um Leid, um Angst, um Schuld, um Hoffnung. Es geht um jene Stunden, in denen einem das Herz schwer wird und man kaum weiss, wie der nächste Schritt aussehen soll.

Jeder Mensch trägt sein Kreuz. Das gehört zum Leben. Es gibt Lasten, die uns auferlegt werden, und es gibt solche, die wir uns selber schaffen. Manchmal sind es eigene Fehler, die besonders drücken. Ein falsches Wort. Ein Versäumnis. Eine Schuld, die man lange mit sich herumträgt. Gerade das tut oft am meisten weh.

Karfreitag ist darum kein fremder Tag aus einer alten Geschichte. Karfreitag ist auch eine Erfahrung des Lebens. Diese Tage gibt es. Tage, an denen alles eng wird. Tage, an denen das Licht fern scheint. Tage, an denen die Seele müde ist und man sich fragt, wie es weitergehen soll.

Und doch liegt gerade darin etwas Wahres. Der Mensch vergisst das Licht oft erst dann nicht mehr, wenn er eine Zeitlang im Dunkeln gesessen hat. Wer schwere Stunden kennt, spürt das Helle anders. Tiefer vielleicht. Dankbarer. Das Leben bekommt mehr Gewicht, mehr Ernst, mehr Tiefe.

Von dort her bekommt auch Ostern seinen Sinn. Es sagt: Das Dunkel bleibt nicht für immer. Die Nacht hat ihre Macht, gewiss. Aber sie hat nicht das letzte Wort. Nach der Trauer kann wieder Trost kommen. Nach der Verzweiflung wieder Vertrauen. Nach einer inneren Erstarrung wieder Leben.

Vielleicht ist das das Tröstliche an diesen Tagen: dass einer den Schmerz des Menschen kennt. Dass einer tiefer gelitten hat, als wir es begreifen können. Und dass darum auch in der eigenen Verlassenheit ein leiser Halt spürbar werden kann. Kein lauter Triumph. Eher eine stille Gewissheit: Du bist nicht ganz allein.

So ist Ostern für mich kein billiger Trost und auch kein blosses Frühlingsbild. Es ist die Hoffnung, dass aus schwerer Zeit wieder etwas Helles wachsen kann. Dass Wunden nicht das Ende sein müssen. Dass Glaube tragen kann, wenn die eigenen Kräfte klein geworden sind.

Und vielleicht ist genau das die alte, schlichte Botschaft, die bis heute gültig geblieben ist: Auch aus der tiefsten Nacht kann wieder Licht werden.

 

 

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Ein älterer Mann mit grauem Haar und Brille sitzt in einem Holzstuhl, trägt einen dunklen Pullover, hält ein aufgeschlagenes Buch in der Hand und blickt von den Seiten auf. Der Hintergrund ist eine schlichte, helle Wand.

Ich bin Hanspeter Gautschin, Erzähler und Autor von BodeständiX – Geschichten, die bleiben.

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